Lärmprobleme durch Windkraft?

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Lärmprobleme durch Windkraft? 
Dr. Wolfgang Hübner 

Die Frage der möglichen Beeinträchtigung von Mensch und Tier durch Schallimmissionen in der Nachbarschaft von Windanlagen erfordert eine Betrachtung nach physikalischen und medizinischen Gesichtspunkten.

 
Aus Sicht der Physik besteht Schall ganz einfach aus Druckschwankungen, die sich entweder in Luft oder in anderen Materialien ausbreiten. Druck ist bekanntlich Kraft pro Fläche, Druckschwankungen entsprechen somit wechselnden Kräften und können mit einfachsten Messgeräten erfasst werden. Trifft Schall auf eine Fläche wie unseren Körper, dann greifen dort messbare Kräfte an. Vibrieren diese Druckschwankungen 440 mal in der Sekunde, dann registriert unser Ohr den Ton A, wie wir ihn aus dem Musikunterricht kennen. Laufen wir an einem brummenden Trafohäuschen vorbei, dann vibriert dort die Luft 50 mal pro Sekunde. 

 

Je höher nun der Druck dieser Druckschwankung ist, umso lauter empfinden wir den Schall. Genauso, wie wenn uns jemand fester auf die Haut drückt, empfinden wir das als stärker, drückt er zu fest, wird es zum Schmerz. Auch das Ohr meldet sich bei zu hohem Schalldruck mit Schmerz. Um den Schalldruck zu beschreiben, wurde die Einheit Dezibel (dB) in der Messtechnik eingeführt. Dies ist allerdings eine logarithmische Größe entsprechend Lp= 20 log (Gemessener Druck/Referenzdruck). Nimmt man an, 40 dB wäre der akzeptable Schalldruck, dann entsprechen 20 dB mehr bereits einem 10-fach höherem Schalldruck, 40 dB mehr = 100-fachem und 60 dB mehr = tausendfachem Druck! 


Unser Ohr hört nur im Bereich von etwa 20 bis 20.000 Schwingungen in der Sekunde (=Frequenz; Messeinheit Hz), aber nicht bei jeder Frequenz gleich gut. Am besten hören wir bei etwa 1000 Druckänderungen pro Sekunde. Im Genehmigungsverfahren nach TA Lärm nutzt man diese selektive Empfindlichkeit des Ohrs. Dazu wurde die sogenannte A-Bewertung eingeführt. Bei dieser Bewertung werden alle Druck-Messwerte, die nicht bei 1000 Hz empfangen werden, durch Teilung mit einer Zahl reduziert. 


Nun ist ein Windrad ein riesiger Schalldruckgenerator, der ohne Abschirmung in freier Natur steht. Den Mast kann man sich als eine Saite vorstellen. Wie bei einer riesigen Bassgeige regen die Rotorblätter bei jeder Passage am Mast (etwa ein Mal pro Sekunde) den Schallgenerator an. Zusätzlich erzeugen die Blätter selbst noch Schall, wie wir es von jedem kleinen Lüfter kennen. Die Besonderheit dieses „Musikinstruments“ besteht darin, dass es aufgrund seiner Größe in beträchtlichem Maß tiefe Töne abgibt und dies im Takt wie die Rotorblätter den Mast passieren, also ein tiefes und gleichförmiges wumm, wumm, wumm. Diese tiefen Töne werden sowohl weit über der Erdoberfläche in die Luft, als auch direkt in den Boden als Bodenwellen abgestrahlt. Sie breiten sich wenig gehindert viel weiter aus, als die von üblichen Schallquellen, so wie man von einer weit entfernten OpenAir-Veranstaltung die eigentliche Musik nicht hört, sondern nur noch die Bässe. Auch lassen sich diese tiefen Töne kaum durch schließen des Fensters reduzieren, denn sie werden über die Gebäudestruktur bis hin zum Kopfkissen des Schlafzimmers geleitet. Weiterhin können sich diese tiefen Töne bei bestimmten räumlichen Gegebenheiten aufschaukeln, so wie wir das vom Resonanzraum eines Musikinstruments kennen. 


Wie erfolgt die Schallbewertung im Genehmigungsverfahren? 
Nach TA Lärm und den zugehörenden Normen werden die gemessenen Druckschwankungen der tiefen Töne des Windrades besonders im Bereich von 1 bis 50 Hz sehr kräftig um bis zu 70 dB „heruntergerechnet“ oder sogar auf 0 gesetzt. Bildlich gesprochen, das Druckmessgerät zeigt z. B. 100 und mehr an, ins Messprotokoll wird aber nur 1 oder sogar 0 geschrieben. Zur Kenntlichmachung des „Runterrechnens“ versieht man dann den dB-Messwert mit einem Index A (dB A). Mit anderen Worten 40 dB A beim getakteten Brummton des Windrades entsprechen einem Schalldruck der viel, viel größer ist als 40 dB A bei einer Unterhaltung. Auf den gesamten Menschen wirkt jedoch der tatsächlich gemessene Druck, nicht die generierte dB-Zahl. 


Das „Herunterrechnen“ hat natürlich einen Grund: Das menschliche Ohr ist bei tiefen Tönen weniger empfindlich und unter 20 Hz kann es nichts mehr detektieren. Mit anderen Worten, das Ohr allein wird im Genehmigungsverfahren als Maßstab genommen, ob der Schalldruck für den Menschen noch akzeptabel ist. 


Unser Körper besitzt jedoch nicht nur das Ohr als druckempfindliches Sinnesorgan. Wer selbst schon einmal in einer Disko vor einem Tiefton-Lautsprecher stand, kennt das Gefühl, wie die Bässe die Lunge regelrecht zum Vibrieren anregen, ein unangenehmes Gefühl. 


Eine Vielzahl von verschiedenen Drucksinneskörperchen (in der Fachsprache der Medizin „Barorezeptoren“) steuert zusammen mit anderen Sensoren unsere komplexen Körperfunktionen. Beispielsweise wird unser Blutdruck permanent von diesen Rezeptoren erfasst. Abweichungen vom Soll-Druck werden dem zentralen Nervensystem gemeldet und lösen dort eine Reaktion aus, z.B. Erhöhung der Herzfrequenz zur Wiederherstellung des Soll-Druckes. Druckschwankungen können auch unser kompliziertes und feinmotoriges Gleichgewichtsorgan erreichen und dort Informationen für das Nervensystem erzeugen. Möglicherweise täuschen so die niederfrequenten Druckwellen eine Bewegung vor, obwohl unsere anderen Sinnesorgane uns melden, dass wir in Ruhelage sind. Widersprüchliche Meldungen im Gehirn erzeugen so möglicherweise eine innere Unruhe. Bei bestimmten Föhnlagen, die mit Druckschwankungen im Minutenbereich verbunden sind, tritt Wetterfühligkeit auf. 


Bekannt ist auch die Wirkung von nicht hörbarem tiefen Schall unter 20 Hz zur Angsterzeugung bei entsprechenden Kinofilmen. Hörbare tiefe Töne werden als bedrohlich empfunden, schließlich sprechen wir automatisch mit tiefer Stimme, wenn wir jemandem Angst einflößen wollen. 


Bei der Wahrnehmung tiefer Frequenzen spielt auch die vorhandene Schallkulisse eine Rolle. In einer sonst ruhigen Umgebung, wie wir sie glücklicherweise in ländlichen Regionen haben, sind tiefe Töne auch unterhalb 40 dB A deutlich hörbar. So wird der zusätzlich von den Windrädern erzeugte gleichmäßig getaktete Schall intensiver wahrgenommen als in einem Stadtbereich mit einer gleichmäßigen Schallkulisse.

 
Die Frage ist somit, ob tieffrequente Schallwellen wie sie von Windrädern sehr wohl mit beachtlichen Druckamplituden erzeugt werden so groß sind, dass sie auf den Menschen mit seinen vielfältigen druckempfindlichen Sensoren auch über den „Schallempfänger Ohr“ hinaus schädigend wirken. 


Gibt man in YouTube die beiden Worte „Windrad“ und „Schall“ ein, gelangt man zu einer Vielzahl von Berichten betroffener Anlieger von Windrädern. Viele Berichte wirken ehrlich und machen betroffen. Wie stark muss doch die Not von Menschen sein, wenn sie bereit sind, mit Ihrer Familie die Flucht vor den Windrädern anzutreten um eine neue Bleibe zu suchen. Die Betroffenen beschreiben übereinstimmend die Besonderheiten dieses getakteten und tieftönigen Schallempfindens von dieser neuartigen Schallquelle „Windradriese“ in Form von innerer Unruhe, Schlafstörung und Angstgefühl. Die Befürworter von Windanlagen stellen dies in Abrede, sie verweisen auf ihre eigenen Studien, die Kritiker dagegen verweisen auf anderslautende Studien. Dazwischen stehen die betroffenen Anlieger von Windrädern. 


Der Wertbeitrag der Windräder zur Energiewende ist umstritten, zumindest hat er nicht die Qualität, dass weiterhin Menschen in der Nachbarschaft von Windrädern einem Großversuch ausgesetzt werden, ob die von Windrädern ausgehenden tieffrequenten Schallwellen auf deren Gesundheit schädigend wirken. 


Solange sich die Klagen von Anwohnern weiter mehren, ist das Vorsorgeprinzip einzufordern: Bis zur zweifelsfreien sachlichen Klärung der Schallwirkungen sollten Windrädern nur mit großem Sicherheitsabstand zur Wohnbebauung errichtet werden. Vielleicht sind wir in ein paar Jahren klüger, wie bei der Asbestproblematik. Damals hat man viel zu lang, viele Menschen dieser Gefahr ausgesetzt, bis der letzte Beweis erbracht wurde. 


Die bayerische Abstandsregelung (Mindestabstand gleich 10-fache Höhe) dient offenbar diesem zu fordernden Vorsorgeprinzip. 


Bad Wurzach, 14. Juli 2017 

Unser Film "Tannenbühl im Jahr 2018"

Unsere Broschüre zu "Windräder im Tannenbühl"

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Wir haben 1000 Broschüren drucken lassen, in der wir auf 8 Seiten auf dem Wind"park" eingehen. Sie wurden vorwiegend im Haistergau verteilt.  

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Zur Jubiläumsveranstaltung des Naturschutzzentrums

Es ist üblich, bei einem Jubiläum das Verbindende hervorzuheben und das Geleistete angemessen zu würdigen. Aus dieser Sicht ist diese Veranstaltung vermutlich von allen Teilnehmern als gelungen empfunden worden. In der bisherigen Berichterstattung hätte auf die kritisch-warnenden Hinweise in der Rede von Frau State-Masson noch deutlicher eingegangen werden sollen. Sinngemäß waren dies folgende Ausführungen: Das Europadiplom als höchste europäische Auszeichnung eines Gebietes im Natur- und Landschaftsschutz bedarf der unentwegten Bemühungen zu seiner Fortentwicklung. Das Diplom wurde auch schon entzogen, wenn sich die Beliehenen in ihrem Handeln dieser Auszeichnung nicht würdig erwiesen haben. Auch können nicht angemeldete Kontrolleure zwischen den festen Besuchsintervallen entsandt werden, sollte es Anzeichen von Entwicklungen geben, die das Diplom gefährden könnten. Frau State-Masson waren die mehr oder minder konkreten Windkraftpläne von Bad Waldsee, aus der eigenen Gemeinde (Raum Arnach-Humberg usw.) und die verhängnisvolle Entscheidung der Stadt Leutkirch, ein gemeindliches Vorranggebiet am Tor zum Wurzacher Becken nahe Bauhofen zu benennen, bekannt. Diese für eine Jubiläumsveranstaltung ungewöhnlichen Passagen ihrer Rede dürften auf diesen Umstand zurückzuführen sein. H.-J. Schodlok
   

Heimat unter Strom

Riesenwindmühlen im Allgäu?

Der neue Film von Leo Hiemer (Daheim sterben die Leut', Leni, Hirnbein) über die Windkraft im Allgäu

Dokumentarfilm, 80 Minuten, Deutschland 2013

Riesenwindmühlen im Allgäu?
200 m hohe Anlagen sollen die Energiewende voran bringen.
Die Politik sucht nach Räumen für die Windriesen, Investoren lauern auf lukrative Projekte, Bürger befürchten das Schlimmste.
Auch bei Leo Hiemer wachsen die Zweifel.
Bei seiner Reise durchs Land begegnen ihm glühende Befürworter wie engagierte Gegner.
Ist diese Energiewende noch zu retten?

Zum Trailer

Neuer Regionalplan sieht keine Windräder mehr auf dem Beckenrand vor

Zunächst möchten wir auf die Veranstaltung der Thüga in Arnach eingehen, die unter der Assistenz der Stadtverwaltung (Herr Haufler) stattfand. Es wurde schnell klar, dass örtliche oder ortsnahe Interessenten einen bereits 2011 gestellten Antrag mit Hilfe der Thüga vorantreiben wollen.

Dies trotz negativem Votum des Regionalverbandes und der Ansage des Landratsamtes, dass Anlagen im Wurzacher Becken und um das Wurzacher Becken vom Landratsamt nicht genehmigt werden.

Zum Auftritt des Thüga-Vertreters sei bemerkt, dass es sich in erster Linie um eine allgemeine Werbeveranstaltung für die Windkraft handelte. Enttäuschend, dass dieser „Fachmann" nicht den Unterschied zwischen Betriebsstunden und Voll-Laststunden kannte und selbst, als er diesbezüglich korrigiert wurde, noch meinte, dass es sich um einen sehr guten Wert handele, wenn sich die Rotoren 1360 Stunden im Jahr drehen würden (Das war der Voll-Laststundenwert!). Völlig falsch seine Aussage, dass bei den Genehmigungsbehörden die Rentabilität vor dem Landschaftsbild stünde. Die Rentabilitätsberechnung ist alleinige Angelegenheit und alleiniges Risiko des Antragstellers und ist nicht Teil des Prüfumfanges der Genehmigungsbehörde (Auskunft von Herrn Regionaldirektor Franke).

Spätestens seit der Gemeinderatssitzung im Kurhaus sind auch die Namen von zwei örtlichen Vorhabenträgern bekannt: Herr Rupp aus Rahmhaus und Herr Kling aus Gensen. Ob es noch einen oder zwei weitere Vorhabenträger gibt oder gab, blieb unklar. Bei der Gemeinderatssitzung hob der Bürgermeister eine Unterschriftenliste aus dem Jahre 2011 hervor, bei der sich eine überwiegende Anzahl von Bürgern aus Humberg für den dortigen Standort ausgesprochen haben soll. Seit dem Leserbrief von Frau Kerstin Müller ist diese Aussage sehr in Zweifel zu ziehen. Um Klarheit zu schaffen, könnte den damaligen Unterzeichnern die eindeutige Frage gestellt werden, ob sie diesen Standort tatsächlich befürworten oder ablehnen. Interessant auch die Aussage des Bürgermeisters, dass er sich eine Konzentration der Windkraftanlagen auf den Standort Humberg vorstellen könne.

Wie ist diese Aussage mit der Wahrung des Europadiploms und der Bad Wurzacher Werbung mit seiner besonderen Landschaft als „Tor zum Allgäu" zu vereinbaren?

Wichtig scheint uns die Veröffentlichung des Regionalverbandes über die verbliebenen Vorranggebiete zu sein. Es würde den Rahmen dieses Textes sprengen, hier auf die Einzelheiten einzugehen, weshalb eine ausführlichere Würdigung später folgt. Der Regionalverband hat folgende Vorranggebiete in unserem Raum gestrichen: Beuren , Emmelhofen bei Kisslegg, Leutkirch, Aichstetten, Mangenwald nahe Oberschwarzach, Mennisweiler, Bergatreute (war auf der Karte nicht eindeutig zu identifizieren). Verblieben ist das Vorranggebiet Haisterkirch zwischen Haisterkirch und Bad Waldsee. Eine ausführliche Darstellung des Entscheidungsprozesses finden Sie unter „Regionalverband Bodensee-Oberschwaben" – „Regionalverband beschließt Standorte für Windenergieanlagen, Anlagen 1 – 3".

Tabuzonen für Windkraftanlagen. (Ein Auzug aus Ornika 2012)

Aus naturschutzfachlicher Sicht gibt es im Landkreis Ravensburg zwei nahe beieinander liegende Tabuzonen für Windkraftanlagen, das Wurzacher Ried und den Rohrsee. In Bad Wurzach besteht eine Bürgerinitiative (BI) "Landschaftsschützer Bad Wurzach". Die Schwäbische Zeitung berichtet am 12.08.2011 über die bei einer Tagung dieser BI vorgebrachten Argumente. An erster Stelle steht demnach die Befürchtung, dass das Wurzacher Ried seine Auszeichnung mit dem Europadiplom verliert. Diese Auszeichnung wurde bislang alle fünf Jahre und wird künftig alle zehn Jahre neu vergeben.
„Das Wurzacher Becken mit dem Europadiplomgebiet Wurzacher Ried und seinen umgebenden eiszeitlichen Höhenrücken gilt heute in seiner Gesamtheit und Eigenart als besterhaltene eiszeitliche Beckenform im Rheingletschergebiet. Herausragend ist das landschaftlich prägende Erscheinungsbild der nahezu geschlossenen Moränenwälle der letzten drei Eisvorstöße des Rheingletschers, der Mindel-, Riss- und Würmeiszeit, mit der im westlichen Beckenbereich sich erstreckenden größten Toteislandschaft in Oberschwaben. Diese geomorphologische Einzigartigkeit in Verbindung mit den eingebetteten Naturschutzgebieten Wurzacher Ried und Rohrsee unterstreicht die höchste Wertigkeit dieses Landschaftsraumes.“ (Horst Weisser, Leiter des Naturschutzzentrums Wurzacher Ried).
In früheren Verlängerungsurkunden für das Europadiplom heißt es sinngemäß: Das Wurzacher Ried und die bewaldeten Moränenhügel sollten als einzigartige, unteilbare Landschaft behandelt werden, in die nicht eingegriffen werden darf. Dies bedeutet ein Tabu für Windkraftanlagen im gesamten Bereich, auch auf der dem Becken abgewandten, für Windkraftanlagen oft besonders geeigneten Seite. Die BI befürchtet sicher zu Recht, dass eine mögliche Aberkennung des Europadiploms nicht nur direkte Auswirkungen auf Tourismus und Kurwesen, sondern darüber hinaus auf die Wirksamkeit von Werbung für den gesamten örtlichen Kurbetrieb haben würde.
Für eine Tabuzone um den Rohrsee spricht außerdem, dass sich dort bedeutende Trittsteine für ziehende Vögel befinden. Direkt am Rohrsee wie auch in der näheren Umgebung errichtete Windkraftanlagen würden eine Barriere darstellen, welche die Funktion des Rohrsees möglicherweise sehr stark entwerten würde. Zudem wäre auch hier das Europadiplom für das Wurzacher Ried in Gefahr. Diese Befürchtung besteht umso mehr, als im vorliegenden Genehmigungstext unter anderem auch auf den Maisanbau in den Randbezirken und den wünschenswerten Rückbau der Straße durch das Ried Bezug genommen wird, ebenso wie auf die starke Zunahme von Hochspannungsleitungen im umliegenden Gebiet als Landschaft zerstörendes Element, und die Verpflichtung angemahnt wird, die Anträge auf unterirdische Verlegung der Leitungen weiterhin zu stellen, selbst wenn die Kosten hoch sind.
Bei diesen strengen Kriterien haben Windkraftanlagen hier absolut keinen Platz.

Quelle:

Ornika
Jahresbericht über ornithologische Beobachtungen im Kreis Ravensburg
ISSN 1439-8435
24. Jahrgang 2012
Berg: Verlag Sepiola 2012

Unsere Stellungnahme zum Entwurf des Regionalplanes

Unsere ausführliche Stellungnahme zum Entwurf des Regionalplanes gibt es auf www.derwurzacher.de zum Herunterladen.

Entwurf zum Regionalplan: (Fast) keine Windräder im Wurzacher Becken

Auf www.bodensee-oberschwaben.de finden Sie den jetzt aktuellsten Entwurf des Regionalplanes Wind. Für den Raum Bad Wurzach-Bad Waldsee haben sich  einige bedeutsame Veränderungen ergeben. Die Gemarkung Bad Wurzach besitzt danach nur noch das Vorranggebiet Oberschwarzach-Mangenwald.
Auf dem Beckenrand bei Mennisweiler sind aber immer noch Windräder geplant.

 

Artikel im "derWurzacher"

Artikel in der Schwäbischen Zeitung / Bad Wurzach

Artikel in der Schwäbischen Zeitung / Bad Waldsee

Artikel in der "Schwäbischen Zeitung / Ravensburg

Artikel in der Schwäbischen Zeitung/ Oberschwaben

Blick vom Windradstandort Mennisweiler in Richtung Beckenmitte. Das Windrad steht eindeutig auf dem Beckenrad.

Der Windkraftstandort Mennisweiler (beim Funkturm) ist eindeutig auf dem Beckenrand (Landschaft mit internationaler Bedeutung; Gebiet mit sehr hoher Bedeutung für die kulturelle Eigenart; Gebiet mit sehr hoher Empfindlichkeit gegenüber Windkraftanlagen )

Unsere vorläufige Stellungsnahme zum neuen Regionalplan

Die Fotomontage zeigt einen Blick von Witzmanns über das Wurzacher Becken in Richtung Mennisweiler. Bei Mennisweiler sollen nach den neusten Plänen immer noch Windräder gebaut werden. Diese Windräder auf dem vom Europarat ausgeschlossenem Gebiet würden von fast allen Standorten innerhalb des Wurzacher Becken sichtbar sein. Bei den Windrädern erkennt man einen roten Ring in 40 Meter Höhe. Beim rechten Windrad ist der bereits bestehende Funkturm mit einer Höhe von ca. 50 Metern zu sehen. Am Standort Mennisweiler haben 4 Windräder Platz.

Die Entscheidungen des Regionalverbandes wollen wir hier nicht kommentieren. Doch erfüllt es uns mit Genugtuung, dass das vom Regionalverband beauftragte Planungsbüro unser Argument der besonderen Wertigkeit der Landschaft des Wurzacher Beckens und seiner Randmoränen bestätigt hat.

Es sind früher genannten Standorte herausgefallen: Rötelenberg, Stadtwald Bad Wurzach, Eulenberg, Diepoldshofen, Rohrbach – Ziegelberg, Eintürnen-Humberg, Gaishaus, Grabener Höhe-Haidgauer Hang.

Lediglich der Standort Mangenwald, im Plan „Oberschwarzach" genannt, ist uns mit einem Potential von mindestens drei WKA auf Wurzacher Gebiet verblieben. Hier werden die Auswirkungen auf das Grundwasser und die Landschaft als „erheblich" und die Anschlussmöglichkeiten an das Hochspannungsnetz als „ungünstig" eingeschätzt. Es verbleibt uns hier zunächst die Hoffnung, dass der Bau von Anlagen aus Rentabilitätsgründen unterbleibt. Auch ist hier die Prüfung der Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt und die biologische Vielfalt noch nicht abgeschlossen. Wiederholte Beobachtungen von Schwarzstörchen nahe Ellwangen, wie auch vom Roten Milan und vom Schwarzen Milan können da noch Überraschungen bringen. Es sind jetzt deshalb die Bürger von Ellwangen und Füramoos aufgefordert, intensive Beobachtungen dieser und anderer seltener Vogel- und Fledermausarten zu organisieren, diese Beobachtungen mit genauer Ortsbezeichnung und exakter Zeitangabe zu protokollieren und möglichst auch fotographisch zu dokumentieren. Meldungen möglichst schriftlich an Herrn Frank Günther ( frankguenther@t-online.de) oder Herrn Ortsvorsteher Gohm in Ellwangen oder an unsere Anschrift.

Bezüglich des Standortes „Grabener Höhe" will sich der Beigeordnete der Stadt Bad Waldsee, Manz, noch nicht geschlagen geben. Wie er sich in einem Interview der Schwäbischen Zeitung, Ausgabe Bad Waldsee, vom 21. Juli 2012 äußerte, meint er, diese Anlagen auch nach Ablehnung der Klassifizierung als Vorranggebiet nach dem gewöhnlichen Baurechtsverfahren abwickeln zu können. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich aber das Landratsamt die Argumente des Regionalverbandes zu eigen machen und sich gegen den Bau dieser Anlagen auf dem Haisterkircher-Haidgauer Hang aussprechen. Bei einem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht besitzen jetzt die Gegner des Baus dieser Anlagen den entscheidenden Vorteil, bereits ein neutrales Fachgutachten, das den Bau dieser Anlagen ablehnt, vorweisen zu können. Zudem wollen wir darauf hinweisen, dass sich das Ministerium für den Ländlichen Raum uns gegenüber verpflichtet hat, den planungsrechtlichen Schutz der Randmoränenwälle um das Wurzacher Becken zu achten und alles zu vermeiden, was zum Verlust des Europadiploms führen könnte. Aus unserer Sicht besitzt Herr Manz keine großen Chancen für die Verwirklichung seiner Vorstellungen. Vielleicht ist seine Stellungnahme auch eher als Aufbäumen gegen die Macht des Faktischen zu verstehen. (Das vollständige Interview unter Schwäbische Zeitung Bad Waldsee, Ausgabe vom 21.Juli 2012).

Auch das Vorranggebietes Mennisweiler ist nach unserer Ansicht Teil des Randes des Wurzacher Beckens. Zudem besteht hier die Nähe zum Europäischen Vogelschutzgebiet und Naturschutzgebiet Rohrsee. Die Anlagen dürften vom größten Teil des Wurzacher Beckens deutlich sichtbar sein. Wir sind der Ansicht, dass auch die Flächen bei Mennisweiler unter das Bauverbot des Europarates und auch unter die Schutzzusage des Ministeriums für den Ländlichen Raum fallen. Wir werden deshalb beide Behörden um eine Stellungnahme bitten. Das Planungsbüro sieht die nachteiligen Wirkungen dieses Standortes auf Mensch und Landschaft als „erheblich" an. Die entscheidende Prüfung, welche Wirkungen der Bau der Anlagen auf die Fauna (Vögel, Fledermäuse), sowie auf Flora, biolog. Vielfalt und auf Kultur- und Sachgüter haben könnte, ist noch nicht abgeschlossen. Dieser Standort ist keineswegs gesichert.

Herr Bürgermeister Roland Bürkle, Bad Wurzach, hat noch keine Stellungnahme abgegeben. Ob er sich immer noch, wie bei einer Veranstaltung in Ziegelbach, hinter die Vorstellungen des Herrn Manz stellt, wissen wir nicht. Auch hier gilt, dass es nach dem Votum des Regionalverbandes ungleich schwerer sein wird, Standorte für Windkraftanlagen durchzusetzen. Für diesen Fall haben wir die nicht unberechtigte Hoffnung, einen Sponsor zu finden, der bereit ist, das nunmehr überschaubare Prozesskostenrisiko zu übernehmen. Andererseits hat natürlich auch der Gemeinderat die Möglichkeit, bürgermeisterliche Abenteuerlust zu bremsen.

Wie wir mehrmals feststellen mussten, sind die Bürger von Füramoos (Gde. Eberhardzell) und Ellwangen (Gde. Rot an der Rot) bisher von den Windkraftplänen am Mangenwald nicht informiert worden. Genau die Bürger dieser Ortschaften und dazugehörigen Weiler wären aber in erster Linie von diesen Anlagen beeinträchtigt. Nur die Zugehörigkeit zu einem anderen Landkreis und zu einem anderen Regionalverband (Donau/Iller) ist doch keine Begründung, die gesetzlich vorgeschriebene Unterrichtung zu unterlassen. Dieses Schreiben geht somit auch an die Bürgermeisterämter von Rot an der Rot und Eberhardzell. Rückmeldungen werden uns erkennen lassen, ob die Bürgerinformation erfolgt ist.

Beachten Sie bitte auch unsere ausführliche Stellungsnahme auf www.derwurzacher.de

Unsere Fotomontage der Windräder Mangenwald (= Standort Oberschwarzach) mit einer Höhe von 200 m. Blick von Albers in Richtung Mangenwald (Richtung Oberluizen - Truilz - Ellwangen)

Zeitungartikel: Nur Oberschwarzach bleibt drin

Regionalverband hat mögliche Windkraftstandorte untersucht – drei von vier Gebieten fallen aus dem Plan raus.
Zum Zeitungsartikel: hier

Ganzseitiger Artikel im überregionalen Teil der Schwäbischen Zeitung über Windräder im Wurzacher Becken

In Baden-Württemberg sollen 1200 Anlagen gebaut werden – nicht überall freut man sich darüber, zum Beispiel in Bad Wurzach.

Zum Zeitungsartikel: hier

Windräder schaffen Chancen und ganz neue Fronten

In Baden-Württemberg sollen 1200 Anlagen gebaut werden – nicht überall freut man sich darüber, zum Beispiel in Bad Wur

Reinhold Mall (links) und Hans-Joachim Schodlok haben Angst um das Landschaftsbild und kämpfen deshalb vehement gegen den Bau von Windrädern im Wurzacher Ried. Andere sehen die Anlagen als Chance. 

Bad Wurzach sz Der Blick vom Haidgauer Rücken über das Wurzacher Ried ist ein Traum: stattliche Felder, saftige Wiesen, dichter Wald – und im Hintergrund die majestätischen Gipfel der Alpen. Hoch über der Landschaft kreist ruhig ein Greifvogel. Mittendrin stehen zwei Bad Wurzacher, die diese vom Europarat diplomierte Naturlandschaft nicht mehr sorgenfrei genießen können. Denn der Lehrer Reinhold Mall und sein pensionierter Kollege Hans-Joachim Schodlok haben Angst – vor 200 Meter hohen „Ungetümen“.

Auf den Höhen rings um die oberschwäbische Kurstadt könnte schon bald ein gutes Dutzend leistungsstarker Windkraftanlagen stehen – zumindest, wenn es nach den Plänen der grün-roten Landesregierung geht. Denn diese möchte bis 2020 zehn Prozent des im Südwesten erzeugten Stroms durch Windkraft gewinnen. Da es bisher nur läppische 0,8 Prozent sind, müssen in den kommenden acht Jahren 1200 Groß-Windkraftanlagen aufgestellt werden. Diese haben eine Nabenhöhe von 140 Metern (die Höhe bis zu der Stelle, an der der Rotor befestigt ist). Die Rotorlänge mit eingerechnet erreichen sie sogar knapp 200 Meter. Zum Vergleich: Das Ulmer Münster ist 161,5 Meter hoch.

Windräder sollen vor allem auf den Höhenlagen des Schwarzwalds und im Nordosten des Landes entstehen, aber auch an vielen weiteren Standorten zwischen Schwarzwald und Allgäu, Ostalb und Bodensee. Zehn bis 15 Windkraftanlagen könne er sich schon hier vorstellen, sagte jüngst der grüne Landesumweltminister Franz Untersteller beim Vorort-Besuch in Bad Wurzach.

Sogar Wallfahrt gegen Windräder

„Wir wollen in unserer schönen Landschaft keine Windräder“, meint dagegen Schodlok. Das über die Jahrtausende durch zwei Eiszeiten geformte Wurzacher Becken sei in seiner Art einzigartig – und solle es auch bleiben, ergänzt der Physik- und Chemielehrer Mall, der seine Heimat seit Jahren auf Film festhält. Dies möchte er auch in Zukunft ohne Windräder im Hintergrund tun.

Mall und Schodlok sind Mitglieder der Bürgerinitiative „Landschaftsschützer Oberschwaben-Allgäu“, die sich vehement gegen den Bau von Windrädern in der Region wehrt. Die Anlagen verunstalteten nicht nur die Landschaft, meinen die 100 Mitglieder, sie machten auch krank, gefährdeten Tiere und seien zudem unrentabel. Im benachbarten Beuren finde demnächst sogar eine Wallfahrt statt, „damit der Ort von Windrädern verschont bleibt“, berichtet Schodlok schmunzelnd.

Im Ort herrscht „dicke Luft“

„Es sind immer wieder die gleichen Leute und die gleichen Argumente“, ist Johanna Moltmann-Hermann schon sichtlich genervt von den Windkraftgegnern. Die grüne Lokalpolitikerin setzt sich für die andere Seite ein. Das „Energie-Bündnis Bad Wurzach“ will die Energiewende voranbringen – auch mit Windkraftanlagen in der Region. Für die Argumente der „Landschaftsschützer“ hat sie nur wenig Verständnis. „Die schüren doch nur Angst“, sagt Moltmann-Hermann. Das führe zu „dicker Luft“ im Ort, die Mehrheit sei aber für die Windkraft, ist sie sicher.

„In den Orten entstehen soziale Zerwürfnisse“, bestätigt auch Christoph Leinß. Der ehemalige Pfullendorfer Forstamtsleiter macht keinen Hehl daraus, auf welcher Seite er steht. Der Ruheständler ist so etwas wie der Ober-Windkraftgegner in der Region. Mit Stellungnahmen und Vorträgen versorgt er die Bekämpfer von Windrädern bereits seit 1997 mit Argumenten. Schon mehr als zwei Meter Aktenordner hat er gesammelt – alle mit dem gleichen Tenor: „Windräder sind unsinnig, ganz besonders im Süden Deutschlands.“

Neben dem Landschaftsschutz kann Leinß zwei „Totschlagargumente“ liefern, wie er meint. Die meisten Anlagen in Baden-Württemberg, der Ex-Förster schätzt 95 Prozent, rentierten sich schlicht und einfach nicht. „Wir haben hier zu wenig Wind“, begründet Leinß. Außerdem böten Windräder keine sichere Stromversorgung, da sie manchmal zu viel und dann wieder überhaupt keinen Strom ins Netz einspeisen. Sinnvoller ist es aus seiner Sicht, bei der Stromerzeugung weiter mehr auf Kohle und Erdgas zu setzen. Jedes neue Windrad sei eines zu viel. „Wir zerstören unsere Landschaft mit einer Energieform, die wir gar nicht brauchen“, so sein Fazit.

Naturgemäß ganz anderer Meinung ist da Walter Witzel, der baden-württembergische Landesvorsitzende des Bundesverbands Windenergie. „Ich bin überzeugt, dass es sich rechnet, wenn man gute Standorte wählt“, sagt Witzel, der von 1992 bis 2006 für die Grünen im Landtag saß. In den Höhenlagen des Schwarzwalds und auf der Schwäbischen Alb gebe es Stellen mit Wind wie an den Küsten Norddeutschlands. Unterstellers Zehn-Prozent-Ziel sei „anspruchsvoll, aber machbar“, ist Witzel überzeugt. Schließlich würden die Anlagen immer leistungsfähiger. Entscheidend sei es, die richtigen Orte auszuwählen und auch mögliche Bedenken vor Ort – etwa Landschafts- und Naturschutz – in die Entscheidung einfließen zu lassen.

Ähnlich sieht es Rudolf Schmutz, beim Windverband zuständig für den Bereich Südwürttemberg, der sich mit dem Regierungsbezirk Tübingen deckt. „Wenn es gut läuft, können hier bis 2020 etwa 300 Windkraftanlagen stehen“, prognostiziert Schmutz. Noch sind es weniger als zehn. Laut Regionalverband Bodensee-Oberschwaben gibt es alleine in den Landkreisen Ravensburg und Sigmaringen sowie im Bodenseekreis 280 potenzielle Standorte. „Wir brauchen erneuerbare Energien – und zwar so viel wie möglich“, sagt Verbandsdirektor Wilfried Franke.

Vielerorts laufen derweil die Planungen. Auf der Ostalb, laut Windatlas der Landesregierung eines der windreichsten Gebiete im Südwesten, werden in den Gemeinden gerade mögliche Standorte diskutiert. Denkbar sind unter anderem das Härtsfeld und der Bereich rund um Unterschneidheim. Am Bodensee (Gehrenberg bei Markdorf, Höchsten) gibt es ebenso wie im Allgäu (Kißlegg, Bad Wurzach, Beuren bei Isny) oder auch in den Landkreisen Tuttlingen und Sigmaringen (nahe Meßkirch) Überlegungen, aber auch Kritiker. Gerade am See sorgen sich viele um das für den Tourismus so wichtige Landschaftsbild.

Wurzach sieht Windkraft positiv

In Bad Wurzach plant das „Energie-Bündnis“ noch für das laufende Jahr die Gründung einer Genossenschaft, in der sich dann jeder Bürger an den Windrädern beteiligen kann.

Und auch die großen Unternehmen sind fleißig. Die EnBW will in den kommenden Jahren Milliarden in erneuerbare Energien stecken. „Wir prüfen derzeit 100 Standorte für Windkraftanlagen. 22 Flächen sind schon gesichert“, sagte EnBW-Chef Hans-Peter Villis jüngst bei der Inbetriebnahme eines 140 Meter hohen Windrads in der Schwarzwald-Gemeinde Schopfloch. Bisher gibt es im Südwesten nur zwei Anlagen dieser Größe. Alternativen zu Projekten von Großinvestoren sind genossenschaftliche „Bürger-Windräder“ oder auch Anlagen, die die jeweiligen Stadtwerke betreiben.

Die Stadt Bad Wurzach zeigt sich jedenfalls aufgeschlossen. „Wir stehen der Windkraft positiv gegenüber – natürlich in Abwägung mit den Belangen des Naturschutzes und der Anwohner“, sagt Stadt-Sprecher Frank Hägerle. Es solle „nicht alles zugestellt werden“, aber mit zehn bis 15 Windrädern, auf wenige Standorte konzentriert, könne man leben.

Die „Landschaftsschützer“ sehen das natürlich anders. „Ich weiß nicht, ob wir die Windräder verhindern können, aber wir werden mit aller Macht gegen sie kämpfen“, kündigt Schodlok an. Die Befürworter freuen sich derweil schon auf ihre „Bürger-Windräder“. Das jahrtausendealte Wurzacher Ried dürfte der ganze Streit eher nicht erschüttern.

Gutachten des Nachhaltigkeitsbeirates Baden-Württemberg zur Energiewende /"Das Land wird man nicht wiedererkennen".

Zitate aus dem Gutachten des Nachhaltigkeitsbeirates Baden-Württemberg. (Hervorhebungen (Fettdruck) durch Landschaftsschuetzer). Das gesamte Gutachten umfasst 96 Seiten und kann mit dem nachfolgenden Link heruntergeladen werden.

Der Nachhaltigkeitsbeirat Baden-Württemberg (NBBW) ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Beratungsgremium der Landesregierung und besteht aus elf Mitgliedern.

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„Die Diskussion um den Flächenanteil bis 2020 ist insofern von untergeordneter Bedeutung, da dies erst der Einstieg ist und bis 2050 weit mehr Flächen für bis zu 8.000 Anlagen benötigt werden, um fossile Energieträger zu ersetzen…

 

Bei Waldstandorten werden für Kräne und Bewegungsflächen dauerhaft etwa 0,7 ha benötigt, was erstaunlich große Rodungen erfordert. Hinzu kommen Zufahrtswege mit sehr großen Kurvenradien…

 

Eine weit größere Fläche wird durch moderne Windkraftanlagen visuell beeinflusst. Ein erheblicher störender Einfluss muss für einen Umkreis von mindestens der 15-fachen Anlagenhöhe angenommen werden. Dies entspricht mindestens 2,5 km bzw. 20 ha. Die Sichtbarkeit der Anlagen beträgt wegen der großen Bauhöhen bei klarer Sicht etwa 40 km, der deutlich visuell beeinflusste Bereich lässt sich mit ca. 15 km beziffern…

 

Für die visuelle Wirkung ist insbesondere die Drehbewegung der Rotoren mit ihrem Durchmesser von ca. 80 m störend, da in unserer Landschaftswahrnehmung bewegte Objekte nur im Nahbereich existieren. Besonders bemerkbar macht sich dieser Effekt in Landschaften mit bewegter Topografie oder hohem Waldanteil; vielerorts ist nur der obere Teil des bewegten Rotorkreises sichtbar, die Landschaft wird dann regelrecht „gehäckselt“ Ebenfalls problematisch sind die roten Markierungen der Rotoren und die ganztägigen Hindernisbefeuerungen. Für die neuen, über 100 m hohen Anlagen sind sie in Deutschland zwingend vorgeschrieben. Im gleichen Maße wie die Sichtbarkeit für den Flugverkehr wird damit auch das Störpotenzial in der Landschaft bei Tag und Nacht deutlich erhöht. …

 

Es muss davon ausgegangen werden, dass weiten Teilen der Bevölkerung und auch Entscheidungsträgern weder die Dimension moderner Anlagen noch der Umfang der visuell betroffenen Flächen annähernd bekannt ist. …

So wurde beispielsweise auf einem Workshop mit Lokalpolitikern und Planern im Biosphärengebiet Schwäbische Alb (Münsingen 8.2.2012) deutlich, dass mit Windkraftanlagen in der Regel die bestehenden, älteren und wesentlich kleineren Anlagen assoziiert werden, die typischerweise Nabenhöhen von ca. 60 m haben. Für den Zubau in Baden-Württemberg ist von Anlagen der 3-MW-Klasse mit ca. 140 m Nabenhöhe und mindestens 80 m Rotordurchmesser auszugehen …..

 

Neben den auf die Landschaft bezogenen ästhetischen und psychosozialen Wirkungen kommt der Verträglichkeit des Windenergieausbaus mit dem Natur- und Artenschutz zentrale Bedeutung zu. Obwohl weit verbreitet angeführt, sind Vergleiche mit Kollisionszahlen im Straßenverkehr irreführend. Die Einrichtung von Windkraftanlagen steht nicht im Konflikt mit kleinräumigen, sondern mit großräumigen Tierbewegungen (Vogelzugkorridore und -rastplätze) oder aber mit Vorkommen seltener und geschützter Greifvogelarten (z. B. Rotmilan, Mäusebussard, Seeadler). Als besonders risikoreich sind im allgemeinen Windparks in der Nähe von Feuchtgebieten einzuschätzen, da es hier häufiger zu Vogelschlag kommen kann. Lebensraumverluste können für rastende Vögel entstehen, da viele dieser Arten meist mehrere hundert Meter Abstand zu Windkraftanlagen halten…“

Link zum Gutachten:

http://www.nachhaltigkeitsbeirat-bw.de/mainDaten/dokumente/energiegutachten2012.pdf

pdf

Pressemeldung hier herunterladen
Pressemeldung des Nachhaltigkeitsbeirates zur Energiewende in Baden-Württemberg 

Flyer der Landschaftsschützer zum Herunterladen

Flyer der Landschaftsschützer Oberschwaben - Allgäu herunterladen: HIER

(Bei einer langsamen Internetverbindung ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen)

Umweltminister Untersteller in Bad Wurzach

OGI auch aus Landschaftsschutzgründen nicht genehmigungsfähig

Aus der Pressemitteilung des VG Sigmaringen:

.... Schließlich sei in der Studie auch die Bedeutung und der Wert der Landschaft der Haidgauer Heide und des Wurzacher Beckens unzutreffend eingeschätzt worden.

Aus der Urteilsbegründung:

82 ..... "Der auch während des Augenscheins vom Gericht festgestellte herausgehobene landschaftliche Wert dieser besonderen postglazialen Landschaft, die Zugehörigkeit zum Wurzacher Becken mit, für den interessierten und informierten Betrachter, deutlichen Bezügen zum Wurzacher Ried und zum Rohrsee, und das beeindruckende Landschaftsbild werden bei einer derart verengten, die ebenen Ackerflächen fokussierenden Betrachtung ausgeblendet. In der Folge werden auch die Auswirkungen der Realisierung des Vorhabens auf die Landschaft und das Landschaftsbild falsch, nämlich nur nach der Bedeutung des Vorhabens für die lediglich wahrgenommene, strukturarme, eintönig wirkende, ebene Ackerfläche beurteilt und insofern als ausgleichbar und verträglich eingeschätzt. Diese Bewertung ist falsch und mit dem hohen Wert der Landschaft und dem beeindruckenden Landschaftsbild des Wurzacher Beckens nicht zu vereinbaren. Das Gericht folgt hinsichtlich der Bewertung des Werts der Landschaft, nach Einnahme des Augenscheins und einem Blick von der Anhöhe unterhalb des Gehöfts Fischers über das Wurzacher Becken bis zum Wurzacher Ried und über den Rohrsee hinweg der Bewertung in den Teilregionalplänen „Oberflächennahe Rohstoffe“ von 2003 und „Windenergie“ von 2006 des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben. In diesen Teilregionalplänen wird zurecht angenommen, dass es sich beim Wurzacher Becken mit dem Wurzacher Ried und der Haidgauer Heide um einen einheitlichen landschaftlichen Bereich handelt, der wegen seiner für den interessierten und informierten Betrachter nachvollziehbaren geomorphologischen Beschaffenheit und wegen des hochwertigen Landschaftsbildes insgesamt besonders schutzwürdig ist."

(Hervorhebungen durch R.Mall)

Ornithologen sehen in der Errichtung von Windrädern auf dem Wurzacher Beckenrand als ein besonders negatives Beispiel für die Abriegelung eines Vogelrastgebietes.

Das Wurzacher Ried gehört zusammen mit dem Rohrsee zu den bedeutenden Trittsteinen ziehender Vögel. Mit dem Errichten von Windrädern würde man die Zugvögel zum Ausweichen zwingen und somit national wichtige Rastgebiete wertlos machen.

Nun doch keine Windräder im Wurzacher Becken?

Aus der Schwäbischen Zeitung vom 9.3.2012. Lokalteil Bad Wurzach:


Landratsamt lehnt bestimmte Standorte ab
Behörde signalisiert, ihre Zustimmung zu Windrädern am Wurzacher Becken zu verweigern
Von Nina Jahnel

Viele Bad Wurzacher dürften aufatmen, was das Thema Windkraft angeht: Das Landratsamt Ravensburg hat signalisiert, dass es aus Landschaftsschutzgründen keine Windkraftanlagen auf den Höhenzügen rund um das Wurzacher Becken genehmigen möchte.

Weiterlesen auf Schwäbische.de: HIER KLICKEN

Amtsblatt Bad Wurzach: "Windkraft um das Wurzacher Becken unwahrscheindlich"

Stimmen der Landtagsabgeordneten Paul Locher, Rudolf Köberle, Ulrich Müller und Peter Schneider zu Windrädern in Oberschwaben

 (Zitat aus der Schwäbischen Zeitung): Schneider: ..... Die Vorstellung, dass Oberschwaben großflächig mit Windrädern bestückt wird, ist ihm eine grausige. Wenn er auf dem Bussen stehe und den großartigen Blick über die Landschaft genieße, „dann halte ich diese Vorstellung für eine Katastrophe“. Da würde schlicht „ein wesentlicher Teil des Oberlandes geopfert“. Paul Locherer ergänzt: „In meinem Wahlkreis gibt es große Widerstände gegen Windräder.“ Man dürfe „die Rechnung nicht ohne den Bürger machen“. ... Und Ulrich Müller erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass das Landschaftsbild „ein geschütztes Rechtsgut“ sei. In einem dicht besiedelten Land wie Baden-Württemberg könne man nicht „endlos Anlagen hinstellen“.

Rudolf Köberle sagt, nur mit Wind und Sonne könnten die Probleme sowieso nicht gelöst werden. Wie Müller plädiert er dafür, die regenerativen Energien zwar auszubauen, aber eben „nicht unbedingt vor Ort“. Die Prinzipien internationaler Arbeitsteilung sollten auch für die Energiepolitik gelten. Fazit: Energiewende ja - aber bitte mit Augenmaß. Die vier CDU-Abgeordneten halten überhaupt nichts von einer „Verschandelung der Landschaft“, die der grüne Ministerpräsident schon mehrfach als notwendig angekündigt hat. Und irgendwie bauen sie darauf, dass den Menschen im Land mit der Zeit die Augen ebenfalls aufgehen.

Windkraft: Architekten sorgen sich ums Landschaftsbild

Die Architektenkammer Baden-Württemberg und der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten luden Fachleute zum Thema „Windkraft und Landschaft“ ein.
Den Architekten ging es in der Veranstaltung darum, dem Thema "Landschaft" bei der Wahl geeigneter Windkraft-Standorte ein höheres Gewicht zu geben.
Weitere Information von der Veranstaltung auf dem Höchsten folgen.

Fotomontagen: Windräder um Bad Wurzach und auf Waldseer Gemeindegebiet

Fotomontagen: Windräder auf dem Haisterkircher Rücken

Besonders betroffen ist auch der Haisterkircher Rücken mit Windrädern der Gemeinden Bad Wurzach und Bad Waldsee.

Fotomontagen aus Waldseer Sicht: HIER

Fotomontagen: Windräder im Wurzacher und Arnacher Becken

Die Landschaftschützer stellten im Kurhaus Fotomontagen vor.
Diese können im nachfolgenden Link betrachtet  werden.
Da die Datei größer ist, muss bei einer langsamen Internetseite mit Wartezeiten gerechnet werden.

Stand 9.8.2011

Zu den Fotomontage: HIER

Ministerium für ländlichen Raum zur Schutzwürdigkeit des Wurzacher Beckens

pdf

Hier klicken zum Dokument
Schreiben des Ministeriums für landlichen Raum an die LANDSCHAFTSSCHÜTZER "Wurzacher Ried und Windräder" 

Bedrohung des Wurzacher Beckens durch Pläne zur Errichtung von Windrädern

Im Windatlas ist der Rand des Wurzacher Beckens als möglicher Standort für Windräder ausgewiesen. Der Beckenrand bietet Platz für weit mehr als 30  zweihundert Meter hohe Windräder, die nicht vereinzelt gebaut, sondern in Windparks konzentriert werden sollen.

 Von der Grabener Höhe hat man einen excellenten Ausblick auf einige der möglichen Windkraftstandorte. Man kann dort beispielsweise auf den Rötelenberg blicken, der bei Dietmanns beginnt und in der Risseiszeit aufgeschüttet wurde.  Der Rötelenberg bietet Platz für ca. 5 der gigantischen Windräder. Verstecken lassen  sich die etwa 200m hohen Windräder im Wald nicht.

Bei Untergreut befindet sich ein Funkturm. Er hat eine Höhe von ungefähr  50 m. Die benachbarten Windräder werden  4-mal so hoch sein.

Auf dem Eulenberg ist Platz für ein weiteres Windrad.

Auf der Anhöhe bei Diepoldshofen soll der Leutkircher Windpark entstehen - auch er wird beispielsweise von der Grabener Höhe aus gut zu sehen sein. 

Die Schornsteine der Glasfabrik haben eine Höhe von 77m Höhe. Gegenüber den Windrädern erscheinen sie klein.

Auf der Anhöhe des Ziegelbergs finden wir wieder einen Funkturm mit rund 50 m Höhe, der auch hier als Maßstab für die 200m hohen Windräder dient. Das große Waldgebiet des Ziegelberges hat Platz für vielleicht 8 Windräder.

Auf der Moräne der Würmeiszeit (nahe Mennisweiler) steht ein weiterer Funkturm mit rund 55m. Er wird, sollten die Pläne realisiert werden, von schätzungsweise 4 Windrädern überragt . Sie gehören zwar zur Gemarkung  Bad Waldsee,  wären aber von Bad Wurzach aus bestens zu sehen!

Der Haisterkircher Rücken grenzt dicht an das Wurzacher Ried und bietet viel Platz für Wurzacher und Waldseer Windräder. Gerade dieser Standort ist besonders problematisch, weil er, dicht am Wurzacher Ried, als Einflugsschneise zahlreicher geschützter Vogelarten dient. So zum Besipiel auch der seltene Schwarzstorch und der Rote Milan.

Das Europadiplom wurde seit 1967 nur an 8 Gebiete in Deutschland vergeben. Das zeigt die internationale Bedeutung dieses Gebietes. In der Verlängerungsurkunde aus dem Jahr 2004 wurde ausdrücklich das Verbot für den Bau von Windrädern und kommerziellen Solarparks auf den Beckenrändern des Wurzacher Riedes gefordert.

Auf dem Haisterkircher Rücken könnten ca. 7 Wurzacher Windräder stehen. Jenseits der Gemarkungsgrenze kämen allerdings die Anlagen des Bad Waldseer Windparks dazu.

Vier weitere Windräder könnten im nördlichen Teil der Gemarkung Bad Wurzach, dem Mangenwald. ihren Standort finden.

Nicht nur am Tage würden diese Giganten aus Beton und Stahl unser Landschaftsbild erschlagen und bedrückend auf die hier lebenden Menschen wirken, auch nachts dürfte der Anblick der Windräder eindrucksvoll sein, wenn die schätzungsweise 40 Windräder um Bad Wurzach rot blinken.


Bedenken wir, dass uns für die kommenden 30 Jahre nach aller Wahrscheinlichkeit dieser Anblick erhalten bliebe.
Die Annahme, dass die Umsetzung dieser Pläne dem Land Baden-Württemberg das Europadiplom und der Stadt Bad Wurzach den letzten Kurgast kosten könnte, erscheint durchaus realistisch.

In der Fernsehsendung "Grenzenlose Windkraft" (3sat) kann man solche 200m hohe Windräder sehen. .
Link zum Fernsehbeitrag : HIER

Vögel, Fledermäuse und Windräder

Stellungnahme der Naturschutzverbände

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Hier klicken zur Kurzfassung
Auzüge aus der vogelkundlichen Stellungsnahme bezogen auf das Wurzacher Becken 

Informationen zu Vögel, Fledermäuse und Windräder

pdf

Zum Dokument hier klicken
Windräder töten Vögel und Fledermäuse, bringen Unfrieden ins Land, machen den Strom teurer und schaden der Wirtschaft. (Dr. Friedrich Buer) 

Fernsehbeitrag: Fledermäuse und Windräder

Sie sind vom Aussterben bedroht, nachts unterwegs und selten zu sehen: Fledermäuse. Ein neues Problem für die kleinen Säugetiere sind die zahlreichen Windkraftanlagen.

Geschützte Vögel und Windräder

Der seltene Rotmilan kommt im Wurzacher Becken vor. Im Bild sieht man einen vom  Windrad getöteten Rotmilan.

"Der Rotmilan ist so etwas wie der Hans-Guck-in-die-Luft der Vogelwelt, ein komischer Vogel, mag man meinen, denn beim Fliegen blickt er gerne zurück, weshalb die Windkrafträder eine große Gefahr für den Raubvogel darstellen." (Quelle: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.donaueschingen-ein-hans-guck-in-die-luft-unter-voegeln.dbd9a4b1-b6b2-42f4-85de-fc6912cbdb78.html)

Im nachfolgenden Film sehen sie eine Filmvorschau der beiden Naturfilmer Sarah Herbort und Robin Jähne. Ende 2012 soll der Film fertig werden.

Der Rote Milan. Ein Vogel, der auch im Wurzacher Becken fliegt.

Pressemitteilung: Forderung nach Rücktritt des Bad Wurzacher Bürgermeisters Roland Bürkle vom Amt des Vorstandes und vom Amt des Vorsitzenden des Stiftungsrates des Naturschutzzentrums Bad Wurzach

Am kommenden Montag, dem 26. März, tagt  unter dem Vorsitz von Bürgermeister Roland Bürkle der Stiftungsrat des Naturschutzzentrums Bad Wurzach. Wir, die Bürgerinitiative Landschaftsschützer Oberschwaben-Allgäu möchten dies zum Anlass nehmen, die aktuelle Satzung und personelle Aufstellung in Frage zu stellen. 

Vom Vorstand der Stiftung und erst recht vom Vorsitzenden des Stiftungsrates darf erwartet werden, dass er die Zielsetzungen dieser Stiftung vertritt, schließlich werden laut Satzung  „die Grundsätze der Arbeit der Stiftung vom Stiftungsrat festgelegt!“

Ferner bestimmt die Satzung : „Zweck der Stiftung ist die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie der Betrieb des Naturschutzzentrums.“  In diesem Zusammenhang obliegt es dem Naturschutzzentrum Bad Wurzach über die Einhaltung der mit dem Europadiplom verbundenen Bedingungen und Empfehlungen zu wachen, jährlich darüber der Landesregierung und dem Europarat zu berichten und die Fortentwicklung des Naturschutzgebietes und  des vom Europarat als besonders schützenwerte Landschaft bezeichneten Wurzacher Beckens und seiner eingrenzenden Moränenwälle  positiv zu begleiten.

In der Verleihungsurkunde des Europadiploms und in den Verlängerungsurkunden heißt es, es müsse alles vermieden werden, was die Beckenlandschaft einschließlich der Höhenrücken verschandeln könne. Explizit zitiert :  „Windkraftanlagen, kommerzielle Solaranlagen und kommerzieller Kiesabbau sollten verboten werden.“

Bei der Informationsveranstaltung am 7. März 2012 erklärte Bürgermeister Roland Bürkle,  er teile die Ansicht des Bad Waldseer Beigeordneten Thomas Manz , das Europadiplom beinhalte keine Schutzfunktion für die Beckenlandschaft. Deshalb sollten  Windkraftanlagen auf der Grabener Höhe und dem Ziegelberg möglich sein . Allerdings sehe das Landratsamt dies noch anders.

Herr Bürgermeister Bürkle hat mit seiner Äußerung klar zu erkennen gegeben, dass er die Zielsetzung des Europadiploms und die diesbezüglichen Aufgaben des  Naturschutzzentrums persönlich nicht vertritt. Die Unabhängigkeit und der Erfolg der Arbeit dieser Einrichtung sind damit gefährdet. Vielleicht erklärt sich auch daraus die Tatsache, dass es von dieser Einrichtung bisher keine öffentliche Stellungnahme zur Problematik des Landschaftsschutzes bei Windkraftanlagen in unserem Raum gibt.

Bisher galt es als Selbstverständlichkeit, dass ein Inhaber eines öffentlichen Amtes, der wesentliche Aufgaben, die mit diesem Amt verbunden sind, inhaltlich nicht mehr vertritt, von diesem Amt zurücktritt!     

 

Hans-Joachim Schodlok

  1. Vorsitzender der Bürgerinitiative Landschaftsschützer Oberschwaben-Allgäu –

         im Auftrag und Namen des Gesamtvorstandes

 

Pressemitteilung – Stellungnahme zu

                                     „Bürgermeister Bürkle soll Amt niederlegen“

                Schwäbische Zeitung in Allgäu &  Oberschwaben vom 23.03.2012

Als Vorsitzender unserer Bürgerinitiative möchte ich betonen, dass diese Pressemitteilung im Auftrag und Namen des Gesamtvorstandes erfolgte. Die in diesem Artikel vorkommende  Formulierung „bei der am Montag anstehenden Stiftungsratssitzung nehme die BI deshalb das Heft in die Hand und werde die aktuelle Satzung sowie die personelle Aufstellung in Frage stellen“ weicht vom Originaltext ab und könnte so missverstanden werden, dass bei dieser Sitzung Vertreter unserer BI zugegegen sind. Das ist aber nicht der Fall. Unser Originaltext kann auf unserer Internetseite „Landschaftsschützer Oberschwaben-Allgäu“ nachgelesen werden.

 

„Ein komisches Demokratieverständnis“ (Zitat BGM  Bürkle) können wir in unserem Schreiben nicht erkennen. Es spricht  Herrn BGM Bürkle niemand das Recht ab, für möglichst viele Windkraftanlagen um Bad Wurzach herum einzutreten. Nur passt das eben nicht zu den gegensätzlichen Aufgaben des Naturschutzzentrums und den dortigen Aufgaben des Herrn Bürkle als Vorsitzendem des Vorstands und des Stiftungsrates. Der Vorstand eines Vereins für Suchtprävention  kann auch nicht  für Spirituosen und Tabakwaren werben. Nicht unser Demokratieverständnis ist „komisch“, sondern  die Auffassung des Herrn Bürkle über die Bedeutung und die Umsetzung des Begriffs Glaubwürdigkeit ist es.

Für die BI Landschaftsschützer Oberschwaben-Allgäu

Hans-Joachim Schodlok

Verletzter Schwarzstorch

Film und Text von TVAllgäu

Weißstörche kennt so ziemlich jeder. Bis auf die schwarzen Schwungfedern sind die großen Vögel reinweiß. Ihre dunklen Verwandten dagegen, die Schwarzstörche, bekommt man hier in der Gegend eigentlich nicht zu Gesicht. Sie sind fast ganz schwarz gefärbt, nur Brust und Bauch sind weiß. Einer dieser seltenen und geschützten Vögel ist zur Zeit in Dietmannsried zu Hause. Allerdings aus einem eher traurigen Grund. Der Vogel wurde nämlich verletzt aufgefunden und muss nun aufgepäppelt werden.

Der seltene Schwarzstorch kommt im Wurzacher Becken vor!

Vogel wird von einem Windrad getroffen.

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