Blick auf das Wurzacher Becken. Die Landschaft ist stark überhöht dargestellt.
Die Endmoräne bei Mennisweiler stammt aus der jüngsten Eiszeit, der Würmeiszeit und schließt die Beckenform ab. Die anderen Beckenränder (beispielsweise bei Dietmanns) wurden in der Risseiszeit geformt.

Riesige Vogelschwärme im Wurzacher Becken

Im Frühjahr suchen große Starenschwärme das Wurzacher Becken auf, um dort einen sicheren Schlafplatz zu finden. Die Stare haben die Wintermonate vor allem im Mittelmeerraum, im atlantischen Westeuropa oder in Nordwestafrika verbracht. Anfang Februar begann ihre Rückreise.

Damit das Schauspiel wenigstens ansatzweise erfasst werden kann, wurden relativ viele Sturzflüge ins Schilf im Film belassen. 

Ornithologen sehen in der Errichtung von Windrädern auf dem Wurzacher Beckenrand als ein besonders negatives Beispiel für die Abriegelung eines Vogelrastgebietes. Das Wurzacher Ried gehört zusammen mit dem Rohrsee zu den bedeutenden Trittsteinen ziehender Vögel. Mit dem Errichten von Windrädern würde man die Zugvögel zum Ausweichen zwingen und somit national wichtige Rastgebiete wertlos machen.

 

Schwarzstörche im Wurzacher Becken

Video aufgenommen am Riedrand bei Unterluizen

Der Schwarzstorch ist eine streng zu schützende Vogelart, für die Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen. Die Art reagiert empfindlich auf Störungen und Veränderungen im Brutrevier und auf Hindernisse im Luftraum (z.B. oberirdische Stromleitungen).

Der Schwarzstorch ist etwas kleiner als der Weißstorch. Im Gegensatz zum Weißstorch lebt der Schwarzstorch in dichten, geschlossenen Wäldern. In Baden-Württemberg brütete die Vogelart bis 1925 und galt danach als ausgestorben. Nach einer Wiederansiedlung 2001 sind hier wieder 1 bis 2 Brutpaare regelmäßig zu beobachten.
Brutnachweise gibt es aus Oberschwaben.

 Gefährdung: Rote Liste Baden-Württemberg 2 = Stark Gefährdet

Quelle:
http://www.themenpark-umwelt.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/13887/?path=4422;6350;&viewMode=popupView

Beispiel für Schwarzstorch- und Rotmilanbeobachtungen (Quelle: www.ornitho.de)

Montag, 13. August 2012: Wurzacher Ried (West):

  • 6 Rotmilane
  • 3 Schwarzstörche

Sonntag, 19. August 2012
Wurzacher Ried (West): 

  • ≥20 Rotmilane
  •  ≥5 Schwarzmilane
Sonntag, 19. August 2012
 ~30 
Rabenkrähen (Corvus corone)  [Peter / Bettina Hörmann]

 ≥20 
Rotmilane (Milvus milvus)  [Werner Bentele]
Bemerkung : über der Riedlandschaft - mit anderen Greifvögeln - kreisend
 ≥5 
Schwarzmilane (Milvus migrans)  [Werner Bentele]
Bemerkung : über der Riedlanschaft - mit anderen Greifvögeln - kreisend
 3 
Turmfalken (Falco tinnunculus)  [Peter / Bettina Hörmann]

Siehe auch Fernsehbeitrag "Windräder dürfen sich nicht drehen" : Hier ansehen

Sehr seltener Schlangenadler im Wurzacher Ried

 In diesem Sommer hielt sich längere Zeit ein seltener Schlangenadler im Wurzacher Ried auf. Er ernährt sich hauptsächlich von Schlangen. Früher war der Schlangenadler in Deutschland sogar Brutvogel. Inzwischen ist er ein seltener Zugvogel.

Der Schlangenadler konnte von den ortsansässigen Vogelbeobachtern über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Die Sichtungen wurden erst jetzt veröffentlicht, um zu vermeiden, dass zu viele Beobachter angelockt werden und auch in den besonders geschützten Bereich des Wurzacher Riedes eindringen.

Andrea Hagenlocher hat ihre Schlangenadlerbeobachtungen in einem sehr ausführlichen Bericht auf der Homepage der "Bürgerinitiative Lebenswerter Haistergau" veröffentlicht.

Zum Bericht: hier klicken

Copyright zum Bild

Video mit einem Schlangenadler ansehen

Vogelschwärme im Wurzacher Becken

Wer sich die Zeit nimmt, unsere heimische Natur und Landschaft zu erleben, kann Außergewöhnliches sehen. So kann man im Frühjahr in der Dämmerung einmalige Flugmanöver bewundern. Ort des Geschehens ist das Wurzacher Becken. Dort versammeln sich Vogelschwärme und schießen mit atemberaubender Geschwindigkeit in einem 30-minütigen Schauspiel über das Wurzacher Ried. Kurz bevor die Dunkelheit einbricht, stürzen sich die Schwärme ins Schilf des Wurzacher Riedes

Das Wurzacher Becken eine besondere geologische Einheit

In der Zeitschrift OBERSCHWABEN NATURNAH ¹ hat Karl-Heinz Maier die Entstehungsgeschichte des WURZACHER BECKENS beschrieben. Dankeswerterweise hat der Herausgeber und der Autor zugestimmt, dass wir den Zeitschriftenartikel  auf unserer Internetseite veröffentlichen dürfen.

 

"An der Nordost-Grenze des württembergischen Allgäus liegt eine Landschaft von besonderem Reiz, das Wurzacher Becken. Durch die Verlängerung des Europadiploms für das Wurzacher Ried wurde die Sonderstellung dieses Naturraumes aufs Neue hervorgehoben und bestätigt. In diesem Zusammenhang mag auch die Frage in den Vordergrund drängen, welches geologische Umfeld das Wurzacher Moor entstehen lassen konnte. Die erdgeschichtlichen Entwicklungen dieses Raumes werden daher im Folgenden nachgezeichnet."

Weiterlesen unter nachfolgendem Link. Die Datei ist relativ groß (14MB). Es muss deshalb mit längeren Wartezeiten gerechnet werden:

Datei herunterladen: HIER

¹ Oberschwaben Naturnah; Jahresheft 2006; erhältlich beim Naturschutzzentrum Bad Wurzach.
Informationen zur Zeitschrift: HIER

Entstehungsgeschichte

Das Wurzacher Becken ist auch in geologische Hinsicht etwas Besonders.

In mehreren geologischen Vorgängen wurde das Becken gebildet . Mehrere Eiszeiten überfuhren das Gebiet. Auf kurzer Distanz kann man in unserem Gebiet die Endwälle von 3 Eiszeiten sehen (Mindeleiszeit / Risseiszeit / Würmeiszeit).

Frühere geologische Vorgänge ließen den Ziegelberg und den Haisterkircher Rücken übrig. Durch diese zwängte sich die Risseiszeitzunge in mehreren Phasen. Der erste Vorschub ging fast bis Ellwangen und hinterließ den äußeren  Moränenwall.  Der zweite Vorschub ging bis Dietmanns und schuf dort den inneren Moränenwall, auf dem Dietmanns liegt. Schließlich bildete sich noch ein 3. Wall bei Albers.

Damit war das Becken aber noch nicht vollständig ausgebildet. Erst in der letzten Eiszeit vor rund 20000 Jahren, der Würmeiszeit, wurde die Beckenform vollendet.

Animation zur Entstehung des Wurzacher Beckens

In der Lerneinheit Wurzacher Ried des Institut Physikalische Geographie (http://www.webgeo.de/wg_0003/) gibt es eine leicht verständliche Animation zur Entstehungsgeschichte des Wurzacher Beckens.

Das Wurzacher Becken - eine ganz besondere Landschaft

Auszug aus der Verlängerungsurkunde für das Europadiplom 1999, Empfehlung Nr. 5

„Das Wurzacher Ried und seine bewaldeten Moränenhügel sollen als einzigartige unteilbare Landschaft“ behandelt und jegliche kurzzeitige Verunstaltungen oder andauernden Eingriffe vermieden werden.“

Aus einem Gutachten für das Landratsamt vom Juni 2000:

Ziel müsse sein die „Erhaltung des ungestörten quartärgeologischen Formenschatzes in der Umgebung des Wurzacher Riedes, der seine Entstehungsgeschichte dokumentiert“.

Auszug aus der Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichtshofes Mannheim vom 11.04.2003:

Die Anlage einer 8 ha großen Kiesgrube bei Rupprechts würde „unzweifelhaft gegen den wesentlichen Schutzzweck (eines geplanten) Landschaftsschutzgebietes Wurzacher Becken verstoßen, nämlich der Erhaltung des aus der klimatisch geologischen Entwicklung hervorgegangenen Mosaiks aus reliefbedingten Landschaftsstrukturen (Moränenkuppen und –rücken, unterschiedlich steile Taleinschnitte , einzelne Toteislöcher und teilweise anmoorige Senken und Rinnen, Schichtquellbereiche)“.

Auszug aus der Regionalplan Windkraft 2006:

„ Regional und überregional bedeutsame Gebiete, die wegen ihrer Eigenart, Schönheit und Vielfalt besonders schutzwürdig sind, und in denen die Errichtung regionalbedeutsamer Windkraftanlagen besonders schwer wiegt“

sind ….

c) die geologische Einheit des Wurzacher Beckens mit dem Wurzacher Ried. Raumordnerisch begründet auf Grund ihrer besonderen natur- und kulturräumlichen Ausprägung stellt die Errichtung von Windkraftanlagen in diesen Landschaftsteilen von regionaler und überregionaler Bedeutung einen besonders groben Eingriff in das Landschaftsbild dar (vgl. VGH Mannheim, Urteil vom 16. Okt 2002, 8 S 737/02).

 

(2) „  In regional und überregional bedeutsamen Gebieten, die wegen ihrer natur- und kulturräumlichen Eigenart , Schönheit und Vielfalt besonders schutzwürdig sind, und in denen die Errichtung regional bedeutsamer Windkraftanlagen besonders schwer wiegt, wird die Ausweisung von Vorranggebieten für regional bedeutsame Windkraftanlagen generell ausgeschlossen (vgl. VGH Mannheim, ……..).“

.

Auszug aus der Verlängerungsurkunde 2004 für das Europadiplom:

6. „Die Integrität des Gebietes ist durch die Behandlung des Rieds und des Moränenrückens – einschließlich der Hügel der Riss-Eiszeit – als Gesamteinheit zu bewahren.

Jedwede Nutzung der Hügel, die die Landschaft verunstalten würde (einschließlich Steinbrüche, große Windräder und Windkraftanlagen, kommerzielle Solaranlagen), sollten verboten werden.“

Wurzacher Becken in der Risseiszeit (und in der Würmeiszeit)

Karl-Heinz Maier hat sich intensiv mit der Erdgeschichte in unserem Raum beschäftigt. Im Video beschreibt er die letzte Phase der Risseiszeit. 

Entstehung des Beckenrandes "Haisterkircher Rücken" und "Ziegelberg" im Tertiär

Vortrag

Video zur Exkursion "Ziegelberg und Haisterkircher Rücken im Tertiär"

Video (in 4 Teilen; die Teile werden automatisch hintereinander abgespielt) : HIER ANSEHEN

Video: Nebel bewegt sich wellenförmig im Wurzacher Becken

Panoramatafel bei Ellwangen (Landkreis Biberach) mit Blick auf die Alpen und auf mögliche Wurzacher Windparkstandorte

Der Panoramablick vom Tristolzer Berg auf die Alpen würde durch die Windparks Rötelenberg, Stadtwald und Ziegelberg massiv verbaut.

Panoramafotos (Darstellung ohne die Windräder)

Bei einer langsamen Internetverbindung dauert es einige Zeit, bis das Panoramabild scharf dargestellt wird. Mit Hilfe der Maus kann man den Bildausschnitt im Panorama wählen.

Panoramafotos Panoramafoto Ellwangen (bei der Panoramatafel) : hier

Panoramafoto Wurzacher Becken mit Alpenpanorama (hohe Auflösung): hier

Panoramafoto Wurzacher Becken im Mai; Albers: hier

Panoramafoto Wurzacher Becken im September (hohe Auflösung); Oberluizen: hier

Panoramafoto Riedsee Bad Wurzach: hier

Panoramafoto Am Riedsee: hier

Panoramafoto Wiedervernässung Wurzacher Ried: hier

Panoramafoto Wiedervernässung im Wurzacher Ried und letzter Torfstich: hier

Panoramafoto Ried bei Dietmanns: hier

Panoramafoto Torfbahn Bad Wurzach: hier

Panoramafoto Blick vom Ziegelberg (Foto: Karl-Heinz Maier) : hier

Video: Günzeiszeit im Raum Bad Wurzach

Video in 3 Teilen. Die 3 Video werden automatisch nacheinander abgespielt.

Zum Video: HIER

Video: Mindeleiszeit im Wurzacher Raum

Video in 6 Teilen. Die Einzelvideos werden automatisch hintereinander abgespielt.

Zu den Videos: HIER

Video: Haslacheiszeit

Video in 10 Teilen. Die Einzelfilme werden automatisch hintereinander abgespielt.

Zum Video: HIER